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Angola verfügt über Öl- und Diamantenvorkommen, außerdem wird Kaffee angebaut. Über 50% der Erwerbstätigen sind in der Landwirtschaft beschäftigt. Gulf Oil und Texaco fördern in den Küstengewässern vor Cabinda Öl. Da es jedoch nur eine Raffinerie gibt, wird der Großteil als Rohöl exportiert. Die Zerstörungen während des Bürgerkrieges haben jedoch auch diesen Wirtschaftszweig hart getroffen. Seit der Unabhängigkeit wird die Wirtschaft weitgehend vom Staat kontrolliert. Der Bürgerkrieg, Importkontrollen und Sparmaßnahmen wirkten sich lähmend auf die Wirtschaftsentwicklung aus. Das Land hofft auf Investitionen und technisches Know-how aus den Industrieländern zur Erschließung seiner Ressourcen. Die wichtigsten Handelspartner sind Portugal, Brasilien, Frankreich und die USA (Import von Lebensmitteln und Fertiganlagen).
Volkswirtschaft:
Der gewaltsame Konflikt im Anschluss an die Wahlen von 1992 führte zu einem Rückgang der inländischen Produktion um 25% und zu einer beispiellosen Zerstörung der Infrastrukturanlagen und der wichtigsten Einrichtungen des Landes. 1994 betrug das Bruttoinlandprodukt (BIP) pro Einwohner etwa 410 US$, womit es sich gegenüber 1990 halbiert hatte. 1995 belief sich allein die Staatsschuld Angolas, welche auf 11,4 Milliarden US$ geschätzt wurde (davon 7,3 Milliarden US$ Zahlungsrückstand), auf 365% des BIP's. 1997 war das BIP pro Kopf wieder auf 45 US$ gestiegen. Allerdings konzentrierte sich der Reichtum des Landes weiterhin auf eine kleine Elite, und die wirtschaftliche und soziale Lage der meisten Angolaner blieb eher schlecht. Nach den 1997 von den Vereinten Nationen vorgelegten Zahlen lebten 67% der angolanischen Bevölkerung unter der Armutsgrenze.
Laut offiziellen Angaben ist das BIP 1995 um 12,5 % gewachsen, 1996 um 9%. Diese Ergebnisse lassen sich hauptsächlich auf die Wiederankurbelung der Erdölproduktion zurückführen.
1997 erreichte die Erdölproduktion, welche infolge der Kämpfe, die 1993 in den Erdölgebieten der Provinz Zaire stattgefunden hatten, massiv zurück gegangen war, einen Rekord von 750.000 Barrel pro Tag. Im Dezember 1997 schätzte man die mit dem Erdöl erzielten Jahreseinnahmen auf ungefähr fünf Milliarden US$. Zur gleichen Zeit machte der Erdölexport 90% der Gesamtausfuhr des Landes und über 80% der staatlichen Einkünfte aus.
Auch der Abbau von Bodenschätzen ist wieder aufgenommen worden. Das Land verfügt nämlich über unermessliche Bodenschätze, wobei vor allem Gold, Eisen, Phosphat, Mangan, Kupfer, Silber, Kimberlit und Diamanten zu nennen sind. Anfang 1998 schätzte man die Diamantenproduktion von 1997 auf rund 700 Millionen US$. Diese Zahl setzte sich zusammen aus den Einnahmen durch die "offizielle" Produktion (Staat) und die "inoffizielle" Produktion (UNITA und private Schürfer). Man hat jedoch errechnet, dass lediglich ein Fünftel dieser Einnahmen in die Staatskasse geflossen ist. Dieses Ergebnis dürfte sich 1998 verbessern, da einige von der UNITA kontrollierten Diamantenminen entlang des Cuango-Flusses (Provinz Lunda Norte) kürzlich an den Staat zurückgefallen sind.
1997 liess sich den von der Regierung herausgegebenen offiziellen Statistiken entnehmen, dass der Industriesektor zwischen 1995 und 1996 um 16,1% gewachsen war. Die Statistik zeigt jedoch, dass das Wachstum des Industriesektors zu 86,2% dem Bergbau zuzuschreiben ist. Zu den Industriezweigen, die neben dem Bergbau ein gewisses Wachstum verzeichnen konnten, gehören die Metall-, die Papier- und die Nahrungsmittelindustrie.
Infolge des Bürgerkrieges ist Angola zu einem Importeur von Agrarprodukten geworden, während es vor dem Krieg noch Agrarprodukte exportiert hatte. Beispielweise wurden 1997 431.000 Tonnen Getreide produziert. Der Bedarf war jedoch auf 972.000 Tonnen gestiegen, so dass ein Defizit von 541.000 Tonnen bestand, welches durch Importe gedeckt wurde. Die Importe nehmen allerdings tendenziell ab. Dank der internationalen Hilfe und der Fruchtbarkeit des Bodens wird die Nahrung trotz der über das ganze Land verstreuten Kriegsminen (die in Angola gelegten Minen werden auf zwölf Millionen geschätzt) immer mehr im Land selber hergestellt, insbesondere im Süden des Landes. Nach Angaben der UNO verfügt Angola theoretisch über fünf bis acht Millionen Hektar fruchtbaren Landes, auf welchem dank des abwechslungsreichen Klimas alle Arten von Getreide, Gemüse und Früchte angebaut werden können. (Quelle: Botschaftangola.de)
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