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Angola 2000: "Unser Herz blieb in Angola"

Die Koffer voller Medikamente, Buntstifte und Freundschaftsbänder - aus Schüler- und Ärztehänden in Kärnten - so landeten wir, eine kleine Gruppe aus Unterkärnten, in Luanda. Auf dem Weg in Richtung Cacuaco machte uns jede Wegkreuzung ein bisschen einsilbiger: Überall sahen wir Kinder, die irgendetwas verkaufen, um sich ihr Abendessen zu sichern. Wenn sie kein Glück haben, bleiben sie hungrig. Vor allem Flüchtlinge sind es.
Ganz unter dem Eindruck dieser hungrigen Augen kommen wir im Don Bosco Zentrum an. Die Schwestern führen dort eine Schule und ein Jugendzentrum. Sie haben mit Katechese und mit Ausspeisung für Kinder ihre Arbeit begonnen, sich dann auf die Alphabetisierung der Jugend und Erwachsenen spezialisiert. Bald weitete sich das Ausbildungsangebot auf verschiedene Kurse zur beruflichen Ausbildung, Nähen und Hygiene. Heute bieten sie dazu einen Kindergarten und ein halbtägiges Programm für Kinder und Jugendliche an. So verhindern sie, dass die Straße die einzige Schule und Lehrerin der Kinder wird.
Unsere Aufgabe war es, gemeinsam mit den Jugendlichen dort die Freizeit der Kinder sinnvoll zu gestalten. Sie haben uns herzlich aufgenommen: Mit weit geöffneten Augen und Ohren warteten sie jeden Tag auf uns.
Zuerst wurde getanzt und gesungen, danach teilten wir die Kinder in Gruppen, was allerdings nicht so einfach war, denn die Kinder wollten überall mitmachen. Wir haben mit ihnen gezeichnet. Mit Fingerfarben wurde ein großes Leintuch bedruckt, mit welchem dann unsere Kleinsten voller Begeisterung spielten. Von Zeit zu Zeit organisierten wir verschieden Wettkämpfe oder machten einfach einen Spaziergang an das Meer, wo wir Muscheln sammelten.
Nach der Arbeit mit den Kindern im Zentrum hatten wir Zeit, uns im Land ein bisschen umzusehen - in einem krisengeschüttelten Land voller Flüchtlinge. Wir konnten die Spuren des Bürgerkrieges deutlich sehen: Soldaten, die an uns vorbeizogen. Vielen waren versehrt und so wurden die Bilder aus dem Fernseher Realität.
Auch die Freunde, die wir im Zentrum gewannen, erinnerten an die harte Realität: besonders jene, die im militärpflichtigen Alter waren. Sie versuchen unterzutauchen. Und noch eine Seite des Krieges lernten wir kennen: Ein 16-jähriges Mädchen, das aus dem Landesinneren geflüchtet war. Ihre Eltern waren beide umgekommen, Verwandte gab es keine, sie war schwanger und obdachlos...
"Alle Bilder der Not und des Krieges, die wir in diesen drei Wochen gesehen haben, treten aber hinter jene der Kinder zurück. Die Schwestern und die Kinder, die uns ihre Liebe entgegenbrachten, ohne dafür etwas zu erwarten. Mit jedem Lächeln, jeder kleinen Freude in ihren Augen haben sie uns Tag für Tag beschenkt. Und so unser Herz gestohlen", resümieren Hanej Škof und Brigitte Buchwald.
Die schon traditionelle Unterstützung der Kinder in Angola wird nun mit der Missionstombola am 12. November 2000 in St. Primus fortgesetzt. Der Erlös kommt dem "Projekt Benguela" zugute.