Angola 1998: "Wir kamen in ein vergessenes Land"
"Sieben aus dem Jauntal auf einen Streich machten sich im vergangenen August auf den Weg, um die Hilfe selbst zu überbringen und sich vor Ort ein Bild über Land, Verhältnisse, Menschen und die bewußte Schule in der Region Kakuako zu machen.
>Wir kamen in ein vergessenes Land, wie die Afrikaner sagen - mit der einzigen Perspektive, die von offizieller Seite geboten wird: in einem halben Jahr gibt es sowieso wieder Krieg>, berichtet Anton Starmann. Abgesehen von diesen Eindrücken, erwartete die jungen Jauntaler die Realität eines Schulwesens, das auf mehrere afrikanische Staaten zutrifft: zu wenig Lehrer, Schüler, die nicht die Mittel für die Ausbildung aufbringen können. Im Umkreis von 60 km2 gibt es 175.000 Menschen im Alter unter 20 Jahren - eine Chance ist hier die von Don Bosco - Schwestern betriebene Grundschule (achtjähriger Schulpflicht) samt Jugendzentrum. Die Schule ist eine von den zwei staatlich anerkannten in der Region.
Die Probleme in Angola kennt man auch anderswo: die Ausbildung der Lehrer oder die Tatsache, daß sie ein halbes Jahr kein Gehalt bekommen haben. Und die vielen Kinder, die auf der Straße bleiben müßten, weil sie das Schulgeld nicht aufbringen. Und hier setzt die Jugend aus St. Primus konkret an: Sie sorgt für die Kostendeckung bei 52 Kindern, die selbst nicht die Mittel aufbringen könnten. Inkludiert sind Schulmittel, Essen und Lehrerentgelt. Beim "Lokalaugenschein" klinken sich die Helfer in den Unterricht und in die Kurse und Freizeitgestaltung ein: sie schauen den Kindern zu, die mit einem selbstgemachten "Fetzenlaberl" Fußball spielen... Und begreifen, daß die Arbeit der Schwestern ein Beweis dafür ist, daß man nicht aufgeben darf - wonach einem beim Anblick der Lebensumstände und Aussichten hier manchmal zumute ist.
Deshalb wir die Jugend in St. Primus im Jauntal Anfang November wieder eine Missionstombola auf die Beine stellen: für ein Schulzentrum der Schwestern in Benguela, im Süden Angolas, mit hohem Anteil an Flüchtlingen."
(Kärnter Kirchenzeitung, 13. September 1998, S.17)
Angola 2.0
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