Geschichtlicher Überblick

offizieller Name:  República de Angola
(Angola leitet sich von dem Titel „Ngola“ der Könige von Ndongo, einem östlich von Luanda gelegenen Vasallenstaat des historischen Kongoreiches ab.)

  • Ab dem 6. Jh. n.Chr. ließen sich auf dem Staatsgebiet des heutigen Angola verschiedene Bantuvölker nieder. Sie vertrieben die ursprünglich ansässigen "Buschmänner" (San). Ab 1400 gehörten nördliche Teile des Gebietes zum großen Königreich Kongo.
  • Gegen Ende des 15. Jh.s begannen portugiesische Seefahrer mit der Erkundung des Landes von der Mündung des Kongo aus. Sie errichteten Handelsniederlassungen entlang der Küste und christianisierten im Laufe der Zeit die Bevölkerung, mit der rege Handelsbeziehungen aufgenommen wurden. Ein Haupthandelsgut waren schwarze Sklaven aus dem Landesinneren, die von den Portugiesen vor allem nach Südamerika verschifft wurden (bis Mitte des 19. Jh.s rund zwei Millionen Menschen).
  • Mitte des 19. Jh.s wurde der Sklavenhandel international verboten, die portugiesischen Kolonialherren (1653 wurde das Gebiet des heutigen Angola zur Kolonie erklärt) begannen mit dem Anbau von Kaffee und Zuckerrohr. Für die Arbeit auf den Plantagen wurden Angolaner zwangsverpflichtet.
  • 1885 wurden auf der Kongo-Konferenz in Berlin die Grenzen der portugiesischen Kolonie Angola und der Exklave Cabinda festgelegt und von den europäischen Mächten anerkannt.
  • 1951 erklärte das Mutterland Portugal Angola zur überseeischen Provinz mit beschränkter innerer Selbstverwaltung, um dem Druck der wachsenden Unabhängigkeitsbewegungen der afrikanischen Bevölkerung zu begegnen. Doch nur Weiße und eine kleine Anzahl von Angolanern, die unter bestimmten Voraussetzungen das portugiesische Bürgerrecht erlangten, konnten am politischen Leben aktiv teilnehmen, der Großteil der schwarzen Bevölkerung galt als unterprivilegiert.
  • Daraufhin entstanden mehrere Unabhängigkeitsbewegungen, die sich 1953 zur "Movimento Popular de Libertação de Angola" (MPLA, Volksbewegung zur Befreiung Angolas) zusammenschlossen und eine Loslösung von Portugal forderten.
  • Am 11. November 1975 rief das MPLA in Luanda die Unabhängigkeit des Landes aus.
  • Die erste Regierung wurde aus Mitgliedern der drei wichtigsten Befreiungsbewegungen (MPLA, UNITA und FNLA) gebildet. Erster Staatschef wurde der MPLA-Führer Agostinho Neto.
  • Kurz nach der Unabhängigkeit brach ein Bürgerkrieg aus.
  • Am 22. Februar 2002 wurde Jonas Savimbi auf der Flucht vor Regierungstruppen erschossen: daraufhin wurde ein Waffenstillstand zwischen den beiden rivalisierenden Parteien geschlossen. Die UNITA gab ihren bewaffneten Kampf auf und nahm die Rolle der führenden Oppositionspartei an.
  • Bis heute sind die Einwohner dabei, ihr Land nach dem Ende des 27-jährigen Bürgerkrieges wieder aufzubauen. Bis zu 1.5 Millionen Menschen fanden den Tod und weitere 4 Millionen Menschen wurden vertrieben.

(Quelle: http://www.laender-lexikon.de/Angola_(Geschichte), 11.05.2012)